Baumsäfte zapfen und nutzen
- Zander Holzstudio
- 16. Jan. 2024
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 21. Juni 2024
Baumsäfte zapfen? Ja genau –Saft, kein Harz. Es gibt in der Natur sogenannte Saftbäume, die im Frühjahr einen recht zuckerhaltigen Xylem-Saft liefern, der dann wiederum von den Menschen weiter verwendet wird. Dies ist auch lange kein Trick nur für Überlebenskünstler mehr, sondern hat auch Interesse der privaten Gärtner geweckt.

Wann kann man zapfen?
Generell halten Saftbäume im Winter eine sogenannte Saftruhe ein. Diese ist durch den Fakt bedingt, dass der Saft ja einen hohen Wasseranteil besitzt, der im Winter gefriert und sich ausdehnt. Somit könnte der Baum im Winter beschädigt werden. Also lehrt der Saftbaum seine „Saftleitungen“ bevor die frostigen Temperaturen Einzug erhalten.
Mit dem Beginn des Frühjahres (März bis Mai) werden die Lichtstunden pro Tag deutlich mehr und die Gefahr von Minusgraden wird verschwindend gering. Durch die erhöhte Wärme und das Licht wird die Saftproduktion des Baumes wieder aktiviert und
Wie zapft man am besten?
Man kennt ja den Ausdruck „sich wie die Axt im Walde aufführen“, das heißt die Überlebenskünstler stechen ein Messer in den Baum und fangen den Saft auf. Allerdings gibt es auch andere Methoden. Ein 8 mm breiter Bohrer wird am Baum angesetzt und dann 2 cm tief gebohrt. An diesem Loch kann dann ein Schlauch angesetzt werden, durch den dann der Saft in einem Glas aufgefangen wird. Es gibt allerdings auch mittlerweile andere Aufsätze, an denen dann ein Eimer zum Auffangen des Saftes hängt. Besonders oft sieht man die Vorrichtung an Ahornbäumen.
Was muss ich beim Baumsäfte zapfen beachten?
Der Baum sollte stark genug sein, damit er das Anzapfen verkraftet
Der Baum sollte gesund sein, damit du beim Verzehr des Saftes nicht krank wirst
Der Baum sollte nicht beschädigt werden, d.h. nicht zu tief zapfen
Reinige das Zapfgerät nach jedem Gebrauch, da sich sonst Bakterien bilden können
Erkundige dich, wie die gesetzlichen Vorschriften des Landes sind, bevor du auf Saftjagd gehst
Für die kommerzielle Nutzung des Saftes musst du dir eine entsprechende Genehmigung holen
Welche Bäume kann man anzapfen?
Es gibt eine Vielzahl von Baumarten, die mit Saft nicht geizen. Klassisch sind Ahorn und Birke. Aber auch aus anderen Bäumen können Säfte gewonnen werden. Aus manchen der Säfte kann sogar ein Sirup hergestellt werden.
Wichtig: In Deutschland fällt das Anzapfen von Bäumen unter das Waldgesetz. Daher darf man nicht einfach einen Baum im Wald anzapfen, da dies strafrechtlich geahndet wird. Somit ist das Einholen einer Genehmigung unbedingt erforderlich. Durch die Einstichstelle im Baum können Parasiten und Pilze in den Baum eindringen, was diesem natürlich schadet und zum Tod des Gewächses führen kann.
Der Ahorn
Ahornbäume verschiedenster Art eignen sich mehr oder weniger als Lieferant für Säfte, die sich wiederum zu Sirup verarbeiten lassen. Ahornsirup ist als Süßungsmittel in Nordamerika nicht mehr wegzudenken.
Baum | Details |
Zucker-Ahorn | Beliebter Sirup-Lieferant; sehr hoher Zuckergehalt Holz sehr beliebt in der Möbelindustrie Wuchshöhe bis zu 40 Meter Aus 40 L Saft wird 1 L Sirup hergestellt |
Schwarzer Ahorn | Unterart des Zucker-Ahorns Drei Zacken statt 5 Zackenblatt Wächst gern in der Nähe von viel Wasser Zuckergehalt und Geschmack ähnlich wie beim Zucker-Ahorn |
Roter Ahorn | Überlebenskünstler (Lehmböden & Sumpf) Weniger Zuckergehalt als beim Zucker-Ahorn Gehört zu den günstigeren Siruparten Unbedingt vor der Blüte anzapfen, sonst bitter |
Silber-Ahorn | Sehr geringer Zuckergehalt Wächst nicht auf jedem Gelände Februar / März anzapfen, da sonst bitter |
Canyon Ahorn | Sehr süßer, klebriger Saft An den richtigen Wuchsplätzen sehr üppig im Saftanteil mit geschmacksintensivem Sirup |
Boxelder Ahorn | Geringer Zuckeranteil Saft-Sirupverhältnis 60:1, hoher Aufwand |
Oregon Ahorn | Nur bedingt ein Saftlieferant Beheimatet in Nordamerika an der Pazifiküste Zuckergehalt je nach Wuchsplatz unterschiedlich |
Die Birke
Birkengewächse liefern mitunter einen zuckerhaltigen Saft, jedoch nicht vergleichbar mit Ahornbäumen. Die Verwendung von Birkensäften unterscheidet sich somit, denn dieser wird eher für die Produktion von Met, Bier, Wein oder Pflegeprodukten verwendet. Zudem beinhaltet Birkensaft Vitamin C, B und A sowie Mineralstoffe, Antioxidantien, Aminosäuren und Eiweiß.
Baum | Details |
Papierbirke (Papyrus Birke) | Hoher Zuckergehalt Einzige Birke, die für die Sirupproduktion taugt |
Gelbe Birke (Goldbirke) | Eher in kühleren Regionen zu finden Süßer, wässriger Saft Beliebt bei der Behandlung von Sonnenbrand und Prellungen |
Die Grau-Birke | Erntezeit ab Anfang März vor Blattbildung Sehr saftreich |
Die Süß-Birke | Perfekt für größere Saftmengen Wird zur Haarpflege verwendet Wird mitunter sehr alt |
Die Alaska Birke | Bevorzugt kühleres Klima Ähnliche Safteigenschaftenn wie bei der Papierbirke |
Andere Saftbäume
Baum | Details |
Die Esche | Ebenso wohlschmeckender Saft wie von der Birke Sehr üppig in der Saftproduktion |
Die Platane | Beiname Bergahorn Angeblich Nuancen von Honig und Karamell |
Die schwarze Walnuss | Würzige Saftnote Lässt sich gut zu nussig schmeckendem Sirup verarbeiten Ähnlich ergiebig wie der Zucker-Ahorn |
Die weisse Walnuss (Butternuss) | Leider vom Aussterben bedroht Zuckergehalt von 2% |
Die Hainbuche | Zuckergehalt von 1%, nicht sonderlich süß Sehr ergiebig in der Zapfmenge |
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Besten Gruß aus der staubigen Werkelbude, Marco
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